Kontakt

Prof. Dr. Leopold Stieger
1230 Wien, Valentingasse 20B
01-8885150; 0660-8885150

stieger@seniors4success.at

www.seniors4success.at

4 Antworten zu Kontakt

  1. Peter Brezina schreibt:

    Sehr geehrter Herr Dr. Stieger,

    ich beziehe mich auf den Artikel und die Umfrage im Kurier vom 18. September 2010 und muss das leidige Thema „Pensionsantrittsalter“ ansprechen, da ich der Meinung bin, dass ohne begleitende Maßnahmen (Verstärkter Kündigungsschutz, merkliche Senkung des Arbeitgeberanteils für ältere Arbeitnehmer) keine effiziente Anhebung des Pensionsantrittsalters möglich sein wird.

    Anfang 2009 wurde ich als Exportleiter (58 Jahre) im Zuge der Krise der Automobilzulieferindustrie gekündigt weil die Exportkompetenz ins ausländische Stammwerk verlegt wurde.

    Trotz

    ° Sehr guter Ausbildung (HTL) und weiteren Kursen
    ° Kenntnis mehrerer Sprachen
    ° Guten MS Office und SAP Kenntnissen
    ° 35 Jahren Exporterfahrung
    ° Nachweislichen Erfolgen
    ° Einwandfreiem Leumund
    ° Reisebereitschaft
    ° Einsatzbereitschaft und Tätigkeitsfreude

    ist es mir bisher nicht gelungen eine adäquate Tätigkeit zu finden. Allein im Zeitraum Juli 2010 bis dato habe ich über 500 Firmenabsagen auf meine Bewerbungen erhalten, wobei zwar nicht direkt, wohl aber zwischen den Zeilen als Grund das Alter und die damit verbundenen Lohnnebenkosten zu erkennen waren.

    In absehbarer Zeit werde ich 60 Jahre alt und muss (nicht will) die Korridorpension antreten, wobei von einem Pensionsantrittsalter von 65 Jahren (2016) keine Rede sein kann und ich vielmehr damit beschäftigt sein werde, die nächsten beiden Jahre über die Runden zu kommen.

    Seit Anfang 2009 bin ich beim AMS gemeldet und werde demnächst in den Status der Notstandsbeihilfe eintreten, was ich mir dies nie hätte erträumen lassen, da ich zuvor niemals arbeitslos war; wobei ich wahrscheinlich nicht die einzige derartig betroffene Person bin, die unschuldig in diese Lage gerät.

    Unter diesen Aspekten kann eine Anhebung des Antrittsalters auf 67 Jahre nur Illusion sein, wobei es ausdrücklich nicht um Arbeitsunwilligkeit geht, sondern die derzeitige Lage diese Situation erzwingt.
    Durch flankierende Maßnahmen würden Industrie, Handel und Gewerbe zu einem Umdenken geführt werden und ältere Arbeitnehmer müssten sich nicht ob ihres Alters bei einer Stellenbewerbung schämen. Staaten wie Norwegen, Schweden, Dänemark und andere Länder machen es uns vor.

    Gerne höre ich Ihren Kommentar, Alternativen oder Anregungen hierzu, da ich zur gegebenen Situation und Umständen am Ende meines „Lateins“ bin.

    Mit freundlichen Grüßen

    Peter Brezina

    Kliviengasse 82 / 26
    1220 Wien

    Tel. +43 664 441 94 06
    Fax +43 1 280 77 95
    Mail. peter.brezina@tele2.at

  2. yasminbest schreibt:

    Sehr geehrter Herr Brezina,

    Sie sprechen mir aus der Seele! Immer noch wird uns vorgegaukelt, es gäbe genügend Arbeitsplätze, doch Tatsache scheint zu sein, sie fehlen absolut.

    Ich habe drei Ausbildungen, spreche drei Sprachen, bin willig und nicht ganz unintelligent. Auch habe ich meine – durchaus realistischen Gehaltswünsche -, im Laufe meiner Arbeitssuche drastisch reduziert. Doch, auch das nützte nichts!

    Immerhin war ich bereit, für 1.000,- Euro netto jede Arbeit zu tun. Mein Schreiben an den Leiter des AMS Innsbruck, mir doch eine Stelle zukommen zu lassen und sei es eine als Baumbeschneiderin usw., brachte kein Resultat.

    Ist ja auch logisch, denn die wahren Fakten weiß das AMS schon lange und versucht nur, irgendwie die Massen zu dirigieren, die in den langen Fluren auf ein Betreuungs-Gespräch warten.

    Für mich ist das alles eine ekelhafte, da üble Geschichte! Einerseits wird man gebrandmarkt, als faul und unfähig hingestellt und zu allem Überfluss, auch noch mit Sanktionen bedroht. Auch hat man sich als erwachsener Mensch, der durchaus fähig war, viele Jahre eine gute Funktion zu bekleiden, die mehr als nur einen IQ von 80 verlangt mit der Tatsache abzufinden, dass man eines Coachings bedarf, um sich wieder in den boomenden Arbeitsmarkt zu integrieren.

    Man wird danach gefragt, welches Lebensziel man hätte und darf auf einem Poster fein säuberlich hinmalen, wo man sich in ein paar Jahren sieht.

    „Ich malte nicht lange, denn ich bin fast 56 Jahre und denke, dass auch das positivste Denken wenig daran ändern wird, dass meine Karriere abgelaufen ist.“ Zur Verblüffung der, im Grunde sympathischen Coacher, die durchwegs Magister sind und meist keinerlei Ahnung von der Privatwirtschaft haben, ließ ich meine erfolgreiche Karriere, meinen absoluten Traum, vor ihren erschrockenen Augen wahr werden.

    So prangte ganz oben in fetten Lettern „Pension“ und mein absolutes Ziel wurde so definiert, mich endlich wieder irgendwie frei und als wertvolles Mitglied unserer Gesellschaft fühlen zu dürfen. Das kann man sich nämlich nicht. Man ist ein Spielball der Gewalten. Ausgeliefert so manchem bornierten Akademiker, dem jeder Bezug zur Realität fehlt.

    Außerdem musste ich erleben, dass ältere Generationen, die satt in ihren Lehnsesseln kleben, sich tatsächlich anmaßen, einen als faul oder verdummt zu betrachten. Ja, neben dem Geld-Desaster, den ewigen Absagen und unnötigen Bewerbungs-Gesprächen, deren stereotyper Ablauf keineswegs von innovativen Unternehmen zeugt, kann man sich auch noch pausenlos rechtfertigen. Das eigene Selbstbild sinkt in den Keller, man wird im Laufe der Zeit depressiv.

    Gut, ich leiste mir so einen Untergang schon deshalb nicht, weil ich nicht einsehe, dass ich mich als Mensch auch noch komplett ruiniere. Das rentiert sich nicht, denn das ganze System ist verlogen und besteht aus leeren Worthülsen und übergewichtigen, selbstherrlichen Gestalten, die mit ihrem fetten Zeigefinger fleißig auf jene zeigen, die es offensichtlich irgendwann nicht mehr geschafft haben.

    Dass man es jedoch Jahrzehnte schaffte, dafür auch genügend Beweise in der Bewerbungsmappe hat, interessiert im Grunde niemanden.

    Mein Herr, bald sind wir frei! Wir werden viel weniger haben, als wir dachten, doch wir sind dann endlich den Apparat los, der nur heiße Luft versprüht.

    Immerhin erfuhr ich gerade heute, dass sich für eine geringfügige Bürostelle, mehr als 120 Bewerber anboten. Ich bekam diese Stelle, doch offen gesagt, außer einer geringfügigen, scheint der Markt rein gar nichts mehr herzugeben.

    So, das wäre es jetzt gewesen! Ich freue mich auf 2014, denn dann mache ich meine Billig-Reisen in die Welt. Dann suche ich mir einen netten Platz in Indien oder Asien und stecke meine Zehen in den Sand.

    Ach, es ist so schön zu wissen, dass einem mal alles wunderbar den Buckel hinunter rutschen kann.

    Nur, das gebe ich offen zu, die jungen Leute, die tun mir extrem leid, denn die dürfen alles Mistige ausbaden, was die Raffgeier jedes Genres, verursacht haben.

    Wissen Sie, im Grunde rentiert sich ein guter Charakter nicht, denn diesen hat man sich leisten zu können. Auf diese Essenz kam ich kürzlich, doch bemühe ich mich trotzdem, ein netter Mensch zu bleiben und keine Bomben zu basteln.

    • Hartlieb Wild schreibt:

      „Ich freue mich auf 2014 …“
      Na dann, bonne chance …!
      Einerseits sicher gut, daß Sie sich nicht unterkriegen lassen und sich eine – gesundheitsfördernde – positive Sicht bewahren, andererseits eine ziemliche Katastrophe für unsere Gesellschaft und Volkswirtschaft, wie da mit arbeits- und leistungswilligen Menschen umgesprungen wird.
      Und Kaufkraft- und Kapitalabfluß als Draufgabe, wwenn das Pensionssalär in einem Ausland ausgegeben wird, wo man davon vergleichsweise gut und bequem leben kann …
      Die derzeit in Politik und WIrtschaft maßgeblichen „Lichtgestalten“ sind für eine zukunftsweisende Lösung schon deshalb völlig inkompetent, da sie mit ihren Mege-Mega-Gehälern und -Pensionen derlei „lausige“ „Klein“-Probleme ja gar nie haben werden …

  3. Hartlieb Wild schreibt:

    Die Kommentare des Herrn und der Dame oben zeigen – sicher als Kristall auf der SPitze des Eisberges – auf, welche Unkultur in Österreich herrscht, allerdings schon lange. Leuten, die arbeitswillig, kompetent und durch Schulungenund Praxis sehr qualifiziet sind, nur deshalb keine Chance zu geben, weil sie vermeintlich „alt“ seien, ist üble Mißachtung eines Mitmenschen; man könnte das fast schon als eine Spielart von Rassismus (angeblich „jung“ gegen vermeintlich „alt“) bezeichnen.
    Ähnlich übrigens bei Immigranten und Asylwerbern, denen man nicht selen knallhart sagt, dass sie sich ihre Diplome sonstwo hinstecken können, weil nicht Bologna-konform oder sonst was, und sie daher zwischen Hilfsarbeiter und Häuselputzer wählen „dürfen“ (etwas drastisch ausgedrückt)!

    Eine Hochnäsigkeit von selbsternannten „Eliten“ (siehe dazu auch die Schuldiskussion), die uns als Gesellschaft und Volkswirtschaft noch extrem teuer zu stehen kommen wird. Treffen wird’s die sogenannten wirtschaftlich „unteren“ Schichten und generell unsere Kinder und Enkel. Denn die müssen die ganzen Sauereien, inclusive Korruption und parteiverursachter Mißwirtschaft, ausbaden, ohne sich wehren zu können. Und die – vorgeblich – dafür „Verantwortlichen“ sind dann schon längst über alle Berge und drehen uns – auf fetten Multi-Pensionen sitzend – feixend die lange Nase.

    Wer, wenn nicht wir „Ältere“ soll und muß aufstehen, und aktiv gegen derlei Mißstände vorgehen?
    Sonst werden uns die Jungen bald vorwerfen, wie hätten ihre Zukunft gefressen, und das kann militante Züge annehmen …
    Empört Euch, engagiert Euch.

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