Braucht man wirklich eine Visitenkarte?

„Es ist heute schon wieder passiert“

Heute habe ich wieder einmal ein gutes und anregendes Gespräch mit einem interessanten neuen Gesprächspartner geführt und am Ende ist es mir schon wieder passiert: Dankbar nehme ich die Visitenkarte des anderen, aber ich selbst habe keine Karte zum weitergeben. „Ich habe noch keine, ich sende ihnen ein Mail mit meine Kontaktdaten“, murmle ich leicht beschämt und erinnere mich ein wenig wehmütig an die Zeiten vor meinem Ruhestand, in denen ich meine Karte selbstverständlich und begeistert am Anfang jedes Gesprächs mit Stolz weitergegeben habe. Warum habe ich mir schon mehr als ein Jahr Zeit gelassen um neue Karten zu bestellen?

Die kosten ja fast nichts. Fast vierzig Jahre meines Lebens habe ich diese kleinen Dinger in jeder Handtasche, in jeder Geldbörse aufbewahrt und freizügig verteilt. Der Grund ist ganz simpel; ich weiß einfach nicht was ich nun drauf schreiben soll. Wer braucht im digitalen Zeitalter noch eine Visitenkarte? Alles was ich während meiner Berufstätigkeit an Funktionen hatte: wie Prokurist, Direktor, Bereichsleiter Aufsichtsrat ist nun Schall und Rauch, nur der hart erarbeitete akademische Grad ist mir geblieben. Wer bin ich jetzt im Unruhestand wirklich?

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Kann man sich auf die Pension vorbereiten?

Ich sage JA, ich konnte bereits viele Menschen bei diesem Übergang persönlich begleiten und erleben, wie neue Bilder der Zukunft entstehen können.

Warum soll man sich vorbereiten?

  1. Wer nicht selbst plant, wird oft von anderen verplant
  2. Wer länger und gesünder leben will, braucht dazu eine Herausforderung
  3. Wir haben in der Regel noch ein Viertel, viele sogar ein Drittel ihres Lebensvor sich.
  4. Das Hirn, das gefordert wird, bleibt länger fit.
  5. Ich will nicht so werden wie manche Ältere in meiner Umgebung
  6. Die alten Netzwerke verblassen rasch.

Weitere Gründe finden Sie in meinem Buch „Freitätigkeit. Zwischen Beruf und Ruhestand“4 Phasen_Puzzelteile

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Kommen Methusalems in der Realität vor?

In der Tageszeitung „Die Presse“ erschien am 4.7.2018 ein interessanter Artikel. In meinem Buch habe geschrieben, dass es in Österreich im Jahr 1971  insgesamt 54 Hundertjährige gab, es aber 2017 bereits  1371 waren. Es ist heute keine Sensation mehr, einen Hundertjährigen zu treffen. Der erste Hundertjährige, dem ich die Hand geschüttelt habe, war übrigens mein Doktorvater, Univ. Prof. Dr. Krasensky. Vielleicht erinnern sich einige Leser noch an ihn.

Nun hat eine Forscherin – Elisabetta Barbi, Rom – die dortigen Daten ausgewertet, die generellen der Sterbestatistik und die besonderen derer, die über 105 Jahre alt wurden. Dabei zeigte sich, im Gegensatz zur bisherigen Überzeugung, eine Besonderheit.  Bisher nahm man an, das Risiko, zu sterben steige stetig: Im Alter von 80 liegt es bei 10 %, im Alter von 100 bei 35, im Alter von 105 bei 50. Diese neuen italienischen Daten aber weisen auf ein „Mortalitäts-Plateau“, das mit 105 erreicht ist. Das Risiko, im Folgejahr zu sterben, steigt nicht mehr, es bleibt konstant bei 50 Prozent.

Was machen wir daraus? Vielleicht werden einige neugierig, wie sich das „Bremsmanöver“ bei dem konstanten Wert anfühlt. Einen Versuch kann es wert sein?

Übrigens habe ich bei meinem Besuch beim 102-jährigen Prof. Krasensky eine sehr positive Erfahrung gemacht. Ich war ja sehr neugierig, wie er das Gespräch beginnen wird. Es hätte ja auch sein können, dass er sich über die damalige Zeit und deren Repräsentanten auf Hochschulboden auslassen wird. Aber sein erster Satz lautete: „Erzählen Sie mir, was haben Sie nach der Promotion gemacht?“ In meinen Bericht hat er sich immer wieder mit Fragen, ob ich diese oder jene Person getroffen habe, eingebracht. Es war für mich eine ergreifende Stunde.

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1 in 3 retirees have worked in USA for pay since retiring

„About a third (32%) of retirees have worked for pay since retiring; the large majority did it because they wanted to stay active and involved (90%) and/or because they enjoy working (83%); two in three did it in order to have extra spending money. About four in ten (39%) retirees say they worked for pay in retirement to make ends meet,“ according to an AARP analysis of responses from workers and retirees aged 50+ to the 2017 EBRI Retirement Confidence Survey. (p. 6)

 

Williams, A. R., & Brown, S. K. (2017). 2017 retirement confidence survey: A secondary analysis of the findings from respondents age 50+. Washington DC: AARP Research. Retrieved from  this source
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Mein Gastkommentar zur „Freitätigkeit“

Gestern erschien in der österreichischen Tageszeitung „Die Presse“ mein Gastkommentar mit dem Titel „Ruhestand-in-der-Hängematte? Muss-nicht-sein“.

Es ist ein umfangreicher Artikel, der die Entstehung und Bedeutung der neuen Lebensphase „Freitätigkeit“ beschreibt.

https://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/5355598/Gastkommentar_Ruhestand-in-der-Haengematte-Muss-nicht-sein?from=suche.intern.portal

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Mein neues Buch „Freitätigkeit. Zwischen Beruf und Ruhestand“

Eine Sensation ist passiert – und fast niemand sieht hin.

CoverSo könnte man sagen, wenn man die Folgen der demografischen Entwicklung ansieht und feststellen kann, dass wir nicht mehr nur drei Lebensphasen haben (Ausbildung + Beruf + Ruhestand), sondern erstmals in unserer Generation eine neue Lebensphase entstanden ist und sich zwischen Beruf und Ruhestand „hineingeschoben“ hat.

Im Rahmen von Arbeitskreisen der Plattform Seniors4success haben wir lange nach dem geeigneten Wort gesucht und sind überzeugt, es gefunden zu haben: Die „Freitätigkeit“. Wichtig ist uns das Wörtchen „tätig“ wie in Berufstätigkeit, aber ohne Zwang, eben „frei“.

Wer nicht beim Übertritt in die Pension auf sein Geburtsdatum schaut und sich dementsprechend verhält, dem stehen in der Regel 20 aktive und fruchtbare Jahre zur Verfügung, in denen eigentlich noch alles möglich ist, wenn man will.

Diesem neuen Thema ist mein Buch „Freitätigkeit. Zwischen Beruf und Ruhestand“ gewidmet. Als Gründer der Plattform Seniors4success habe ich mit vielen Mitstreitern die Vision, dieses Wort in der Öffentlichkeit und seine Bedeutung für die Person und für das Land publik zu machen.

Das Buch hat drei Teile:

  1. Argumente, warum es sinnvoll ist, sich vorzubereiten. Obwohl in unserer großen Umfrage nur 19.5 % der Befragten angegeben haben, sich vorbereiten zu wollen.
  2. Elf spannende Lebensgeschichten unterschiedlicher Personen: interessanter als alle Theorie
  3. Eine Anleitung zum Entdecken der eigenen Potenziale und das Finden einer herausfordernden Vision. Aus meinen jahrelangen Seminarerfahrungen sozusagen ein „Seminar in Buchform. Es gibt viele – auch gute – Ratgeber, aber meines Wissens nach keine handfeste Anleitung.

Hier gelangen Sie zu dem Flyer.

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Die Österreicher bevorzugen einen indiviuellen Pensionsantritt, nicht den gesetzlichen vorgesehenen

Die Teambank Österreich hat eine Umfrage über den Pensionsantritt durchgeführt. Die Ergebnisse decken sich mit denen der jüngsten Umfrage von Seniors4success. Wir hatten aber damals eine Frage nicht gestellt: Soll der Pensionsantritt gesetzlich geregelt sein? Also einfach mit Abschlägen vor einem bestimmten Termin und mit Zuschlägen, wer länger arbeitet. Wie es z.B. in skandinavischen Ländern schon Praxis ist.

Leopold Stieger

„Noch lieber, stellt die Teambank fest, wäre es einer Mehrheit der Österreicher allerdings, wenn sie ihr Pensionsantrittsalter individuell selbst bestimmen könnten.

64 Prozent der Befragten seien dafür, die gesetzliche Altersgrenze abzuschaffen und es zu ermöglichen, zu einem selbst gewählten Zeitpunkt mit den bis dahin erworbenen Pensionsansprüchen aus dem Arbeitsleben auszuscheiden.

„Egal, welches Pensionsalter dem jeweiligen Menschen vorschwebt: Den Österreichern ist Selbstbestimmung wichtig. Sie wollen dann den Ruhestand beginnen, wenn es zu ihren Lebensumständen passt“, sagt Teambank-Vorstandschef Alexander Boldyreff.

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