Das Drama mit der Hacklerregelung

Habe eben einen Leserbrief an „Die Presse“ geschickt. Falls er nicht veröffentlicht wird, haben Sie ihn trotzdem:

Endliche Hacklerregelung

Wahlzuckerl können ganz schön teuer kommen. Das hat die ÖVP mit ihren Angeboten einer Hacklerregelung speziell für Menschen, die gleich nach der Grundschule ins Arbeitsleben eingestiegen sind, in den letzten Jahren mitangesehen und mitbeschlossen. Man glaubte, die Partei hätte nach dem damaligen Vorstoß von Molterer etwas gelernt, irrt aber. Denn bei der vorletzten Wahl kam die ÖVP wieder mit diesem Zuckerl – in letzter Minute – und niemand hat je untersucht, ob dadurch ein zusätzlicher Wähler gewonnen wurde.

Jetzt gibt es wieder einen Aufschrei, dass dieses Zuckerl geschmolzen sei. Nun hat die ÖVP den Mut, diese Sünden der Vergangenheit zu büßen und die Regelung abzuschaffen. Jetzt kommen aber von allen Seiten Widerstände. Der Blick ist dabei rückwärtsgerichtet, es sollte alles so bleiben wie es ist.

Inzwischen ist die Lebenserwartung aber kontinuierlich gestiegen, sodass heute ein angehender Pensionist im Schnitt mit mindestens 20, wenn nicht sogar 30 Jahren rechnen kann. Da ist die viel wichtigere Frage, wie gestalte ich diese vielen Jahre so, dass ich am Ende meines Lebens sagen kann: mein Leben war sinnerfüllt, ich bin zufrieden. Wer unterstützt diese Pensionisten bei der Suche nach einer gesunden Herausforderung? Von Parteien habe ich dazu noch nichts gehört und ein ganz neues Pensionsprogramm hat diese Regierung nicht einmal versprochen. Und wir schauen dabei zu?

Dr. Leopold Stieger

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Die Ergebnisse sind da: Auswirkungen der Corona-Krise auf Menschen 60+

Auslöser für unsere Umfrage über die Auswirkungen der Corona Krise auf Menschen über 60+ war ein Artikel in DIE ZEIT [16.4.20], der die Kluft zwischen Alt und Jung beschrieb. Josef Redl, Mitglied unserer Steuerungsgruppe, machte sich danach in einem Artikel in DER STANDARD [20./21.5.20] weitere Gedanken zu den Auswirkungen auf jene, die das 60 Lebensjahr überschritten haben und nun pauschal als „Risikogruppe“ bezeichnet werden.

Nun wollten wir wissen, wie ältere Leute tatsächlich mit der Corona-Krise umgegangen sind.

Wir freuen uns, dass wir die Umfrage gemeinsam mit Telemark Marketing und Ihrer Beteiligung durchfreuen konnten. Nicht überraschend haben die Befragten Besuche von Familienmitgliedern am meisten vermisst (52%), am wenigsten wurden Shoppingtouren vermisst. Demzufolge wurde auch als positiv betrachtet, dass Geld in dieser Zeit erspart wurde.  Die pauschale Zuschreibung „Risikogruppe“ für ältere Menschen wird von 64% als unpassend oder diskriminierend empfunden, weil der Bezug zu Vorerkrankungen fehlt. 74 % schätzen das Risiko, selbst an Corona zu erkranken, als sehr niedrig oder niedrig ein. Das Selbstwertgefühl litt bei 19%.

Das mag auch daran liegen, dass vor der Corona-Krise neben der Pension 69 % einer Beschäftigung (bezahlter Nebenjob, ehrenamtliche Tätigkeit, Pflege von Angehörigen, Enkelbetreuung) nachgingen. Zum Zeitpunkt der Befragung haben 38 % davon ihren bezahlten Nebenjob verloren und pausieren derzeit erwerbsmäßig. Die Chance, einen bezahlten Job zu finden, wird von 82% der Befragten als schwierig oder sogar sehr schwierig bewertet, 57% meinen, dass es leichter wäre, eine ehrenamtliche Tätigkeit auszuüben.

Im Übrigen hat die Pandemie die Digitalisierung bei Menschen 60+ massiv beschleunigt.

Die nach diesem ZEIT-Artikel gegründete Plattform „Neue Altersbilder“ hat unsere Studie aufgegriffen und online veröffentlicht. Hier der Link dazu:

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Wir Älteren und die Corona-Schutzhaft

Als Blog-Leser sollten Sie es als erste erfahren:
Seniors4success kann wieder eine umfassende Umfrage durchführen!

Dankenswerterweise ist wieder das Marktforschungsinstitut „Telemark Marketing“ bereit, diese Umfrage für die Plattform durchzuführen. Es ist – wie schon 2017 und 2019 – eine umfassende Umfrage am Telefon und Online vorgesehen. Aber diesmal wollen wir uns darauf konzentrieren, was durch die Corona-Krise mit uns Älteren passiert ist.

Ich ersuche Sie schon jetzt, nachzudenken, wen aus Ihrem Bekanntenkreis Sie einladen können, sich an dieser Umfrage zu beteiligen.

In einem separaten Newsletter werden wir Ihnen bald mehr über die Umfrage und den zur Beteiligung notwendigen Link berichten und Sie bitten, möglichst viele Bekannte aus Ihren Netzwerken in die Umfrage einzubinden und dafür zu werben, dass viele Erfahrungen und Erlebnisse ihren Weg zur Umfrage finden.

Ich wünsche Ihnen schon jetzt eine lange Liste von Personen, die Sie einladen können.

Herzlichen Dank schon jetzt

Dr. Leopold Stieger

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Die Babyboomer verabschieden sich

Babyboomer, das sind die Jahrgänge der 1950er- und 1960er-Jahre, verabschieden sich aus dem Erwerbsleben und machen Platz – für wen? Im aktuellen Pensionsreport der Allianz kann man sehen, dass die Zahl der potenziellen Beitragszahler für unser Pensionssystem schrumpft, die Lebenserwartung aber steigt. In diesem Bericht heißt es: „Nur wenige Länder haben ihre Pensionssysteme auf diesen demografischen Wandel eingestellt – definitiv gehört dazu Österreich NICHT“.

Die österreichische Regierung plant keine Reform, eine Erhöhung des gesetzlichen Pensionsalters ist nicht vorgesehen. Im türkis-grünen Regierungsprogramm heißt es: „Wir brauchen keine grundlegende Neuausrichtung“ zum Pensionssystem. Es soll nur durch Investitionen in das Gesundheitssystem der Beschäftigten das tatsächliche an das gesetzliche Pensionsantrittsalter herangeführt werden. Das genügt der Regierung. Der Bericht hebt das relativ niedrige Pensionsantrittsalter und die Nichtberücksichtigung des bevorstehenden demografischen Wandels als die großen Schwachpunkte des heimischen Pensionssystems hervor.

Ja, Österreich hat ja die schon gestorben geglaubte sogenannte „Hacklerreglung“ vor kurzem erst beschlossen und ich habe nirgends gelesen oder gehört, dass die jetzige Regierung diese Regelung aufgehoben hätte. Sie gilt also noch immer – und viele Menschen haben diese „Chance“ bereits genützt.

Leopold Stieger

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Droht ein Generationenkonflikt?

DIE ZEIT schreibt in ihrer jüngsten Ausgabe vom 16.4. mit der Überschrift „In der Altersfalle“, dass die Gruppe der Älteren noch lange Einschränkungen erleben wird. Das wird für Streit sorgen.

Es gibt ja im Zuge von Corona den Denkansatz, dass die Älteren zuhause bleiben sollen, damit die Jüngeren nicht angesteckt werden können und ihre Aufgaben erfüllen. Das klingt nach „sperrt die Älteren ein“ und dann könnten Überlegungen folgen, wozu wir diese überhaupt (noch) brauchen.

Eine Gruppe von Freunden aus Deutschland, die sich mit unserem dem Thema befassen, sind erschüttert und wollen nicht dabei verharren. Ihre Aufforderung, der ich mich anschließe:
„Verheerend wäre es nun, im weiteren Fortgang der Pandemie eine am kalendarischen Alter festzumachende Altersfalle zu konstruieren. Denn das kalendarische Alter sagt nichts über den Zustand und die Schutzbedürftigkeit der Menschen. Das kann nur eine individuelle Betrachtung der Risiken, Vorerkrankungen und Belastbarkeit eines Menschen leisten. Dies gilt für den Mittvierziger mit Diabetes, die Mittsechzigerin mit einer Krebsdiagnose wie für die Hochaltrigen in schwieriger Allgemeinverfassung. Die Aufforderung des Potsdamer Soziologen Hans Bertram, die individuellen Risiken gemeinsam mit dem Arzt zu bewerten und daraus Schlussfolgerungen für die Verhaltensempfehlungen abzuleiten, ist die einzige nicht-diskriminierende Maßnahme nach der Shutdown-Phase.“

Wer den Artikel wünscht, möge mir schreiben: stieger@seniors4success.at

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Sich selbst helfen lassen? Anderen helfen?

In Kürze erhalten Sie den Newsletter Nr. 68 der Plattform Seniors4success. Dieser ist – bedingt durch Corona – dem Leben in dieser Zeit gewidmet. Wir haben uns gedacht, dass jetzt die Zeit des Helfens und des Sich-Helfen-Lassens gekommen ist.

Um dies weiter in Gang zu bringen haben wir ein Formular entwickelt, das man einerseits ausfüllen kann, wenn man etwas braucht (weil man gebrechlich ist oder auch, weil man nicht in die Öffentlichkeit gehen soll). Oder andererseits, weil man vielleicht entdeckt hat, dass man gerne helfen möchte, aber nicht genau weiß, wo und wie.

Sollten Sie diesen Newsletter nicht erhalten, bestellen Sie diesen über die Startseite von http://www.seniors4success.at. Oder Sie schreiben mir oder rufen mich an:

Telefon: +436608885150
Mail: stieger@seniors4success.at

Viel Freude bei diesem Austausch wünscht Ihnen

Dr. Leopold Stieger

 

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Muss es jetzt schon ein Elektroauto sein?

Vom Nutzen der Abwägung

 Wer sich gerade jetzt für ein neues Auto interessiert, sieht sich vor allem einmal die neuen Elektroautos an. Das ist – vor allem, was den weiteren Betrieb betrifft, sehr rational und wird das Klima retten. Niemand kann dann mit dem Finger auf uns zeigen, wenn wir weiter unsere Wege mit dem Auto – aber eben elektrisch – zurücklegen.

Aber welche Art von neuer Rationalität hat uns dabei erfasst, wenn wir einen Kleinwagen um mehr als EUR 40.000,- als erstrebenswert erachten, mit dem wir nicht einmal ohne längere Unterbrechung bis Klagenfurt kommen werden, auch wenn wir freiwillig und konsequent Tempo 100 einhalten? Jetzt sind die Ladestationen an den Tankstellen noch kaum frequentiert, sodass eine Schnellladung während eines Mittagessens geplant werden kann. Wie fein wird es dann, wenn bei höherer E-Auto Dichte schon zwei andere vor uns warten? Das „teure Stück“ wird am Gebrauchtwagenmarkt keinen Preis erzielen. Die kurzlebigen Batterien werden Sondermüllhalden produzieren und die generelle Rohstoffabhängigkeit Europas von Staaten wie China rasch weiter erhöhen.

Machen wir uns nichts vor: Die E-Autos, die jetzt angeboten werden, können sich durchschnittliche Familien (vom Platzangebot und von den Anschaffungskosten) eigentlich nicht leisten. Sie sind eher Zweitwägen für Trend-bewusste Garagenbesitzer, die sich auf Kurzstrecken beschränken und die Fotovoltaik zur eigenen Stromproduktion am Dach haben.

Auch viele Freitätige werden ihre Zeiteinteilung aufgrund der neuen Verkehrsbedingungen komplett umstellen müssen. Kostengünstiges Laden mit Solarenergie geht eben am besten am Tag, wenn die Sonne scheint. Daher müssen Ausfahrten zeitlich sorgsam geplant werden. Die Schnellladung an öffentlichen Plätzen braucht Geduld und eine Zeitreserve für die Warteschlange.

Das spontane Treffen, der eigentlich ungeplante Sonntagsausflug, aber auch die plötzliche Fahrt zum Arzt muss verschoben werden, bis das Laden fertig ist.

Um dieser neuen Art Stress zu entgehen, bleibt als Alternative für die große Mehrheit daher die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Damit gehen sich viele Jobs für Pendler vielleicht zeitlich nicht mehr aus. Viele Ferienorte werden einen empfindlichen Gästeschwund erleben, wenn sie nicht mit Bahn und Bus bequem erreichbar sind.

Ich meine, die Zeit ist noch nicht reif für die breite und nachhaltige Nutzung von E-Autos. Es braucht die konsequente Verfolgung einer rationelleren Antriebs-Technik und ein breiteres Öffi-Angebot. Sparsam, wie ich nun einmal bin, fahre ich vorerst mein altes schönes Auto mit Benzin weiter. Um die Umwelt zu schonen nutze ich dafür immer öfter alternativ U-Bahn oder Straßenbahn oder Bus, weil Bewegung sowieso gesünder ist.

Mag. Anneliese Blasl-Müller

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„Freitätigkeit“ im Fernsehen

ORF 2 hat am 20. Jänner 2020 einen interessanten Beitrag gesendet. Spannend ist z.B., wie ein Betroffener seine Phasen vor und nach dem Übergang in die Pension geschildert hat – von der Euphorie in eine Depression und seinem geglückten Neustart. Er hat es geschafft, dass er wieder beruflich aktiv werden konnte.

Auch dass man sich sogar im hohen Alter noch verlieben kann, ist für alle, die allein stehen, vielleicht ein Anstoß, etwas zu unternehmen.

Es kann jede Berufsgruppe treffen, wie ein weiteres Beispiel zeigt: Eine Stuardess hat dieses Ausscheiden so betroffen, dass sie jetzt anderen bei diesem Übergang hilft.

Schauen Sie sich das an, die Sendung berichtet über unterschiedliche Wege dazu.:

https://www.seniors4success.at/orf1-thema-freitaetigkeit

Ihr Leopold Stieger

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Ein neues Jahr, ein neues Ziel- Leidenschaft!

Warum ein Ziel für Senioren wichtig ist

Weihnachten mit viel Stress und doch Besinnung, mit viel Freude und manchmal auch enttäuschten Erwartungen ist vorbei. Das neue Jahr beginnt mit neuen Gedanken, Zielen und Plänen. Es ist die Zeit, um sich über das, was wir tun und wofür wir stehen, wieder einmal klar zu werden. Umso wichtiger ist es, den eigenen Standpunkt in der Lebensphase „Pension=Freitätigkeit“ klar abzustecken, wenn uns die Medien einreden wollen, dass wir „Alten“ mit Konsum und Fortschritt den Planeten ruiniert hätten und durch unser  langes Leben das Pensionssystem in seinen Grundfesten erschüttern.

Machen wir uns doch wieder bewusst, wie rasant die Lebenserwartung in der westlichen Welt den letzten Jahren gestiegen ist und täglich weiterhin um errechnete 6 Stunden weiter steigt. Heute ist ein Alter von 70+ Jahren – orientiert an den physischen Möglichkeiten – das neue 60. Mit 60+ Jahren fühlen wir uns fit und lebensfroh wie früher 50-jährige. Diese rein körperliche Veränderung muss zwangsläufig auch kognitive und psychische Auswirkungen haben, denen wir uns im gesellschaftlichen Kontext stellen müssen.

Vorausgesetzt, wir haben bisher nicht durch Bewegungsmangel, Süchte oder falsche Ernährung Raubbau an unserem Körper betrieben, haben wir als Pensionisten nicht nur so viele Jahre mehr Lebenslust für Reisen und Party gewonnen, sondern auch die Verantwortung zum aktiven Umgang mit den neuen Ressourcen. Unsere Erfahrung kann auch jüngeren Menschen fachlich oder im Verhalten in schwierigen Situationen weiterhelfen.

Nun in der Phase der „Freitätigkeit“ können uns sollen wir unsere Prioritäten nach Leidenschaft, Talent und Überzeugung setzen, uns dabei nicht sorglos gegenüber den klimatischen und demographischen Herausforderungen zeigen. Wir dürfen aber auch selbstbewusst unseren persönlichen Weg im neuen Lebensabschnitt gehen und sollen niemals dabei denken: “Das zahlt sich für mich in der Pension nicht mehr aus.“

Genau dabei unterstützt Sie Seniors4success, damit Sie sich als Teil von Menschen mit ähnlicher neuer Ausgangssituation im Ruhestand verstanden und akzeptiert fühlen, wenn sie genau diese Rahmenbedingungen für ihren neuen Lebensabschnitt befriedigend und sinnvoll aktiv nutzen.

Seniors4success ist eine „nachhaltige Idee“, wie Senioren sich in der entscheidenden Phase des Ruhestandes mit ihren Chancen und den Gegebenheiten des  20-igsten Jahrhunderts besser auseinandersetzen können. Dabei ist es ganz gleich, ob sie weiterarbeiten oder eine neue Ausbildung anfangen wollen oder endlich bunt malen oder ein Buch schreiben wollen. Davor steht die eigene Standortbestimmung, die Erkenntnis, dass nach dem Beruf viel mehr kommt als ein bisschen Genuss und das tägliches Überleben – jedes Jahr neu!

Mag. Anneliese Blasl-Müller

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Niedrigzinsen machen keine Freude

Warum auch wir „Freitätige“ die Entwicklungen der Finanzwelt im Auge behalten sollten.

Vielleicht haben Sie sich auch schon mit der unangenehmen Wahrheit über die aktuelle Zinslandschaft auseinandergesetzt: Die viel gepriesene „dritte Säule“ zur Sicherung unserer Pensionen war durch die anhaltenden Niedrigzinsen leider in den letzten Jahren ein Reinfall. Es fehlen nicht nur die Zinserträge, sondern auch die Zinseszinsen auf unserem Sparkapital! Lebensversicherungen und Pensionskassen, die sich – wie gesetzlich vorgeschrieben – auf Anleihen fokussiert hatten, schütten jetzt am Ende der Laufzeit deutlich weniger aus als man kalkuliert hatte.

Vorsichtig wagen wir uns nun selbst auf die Fonds- und Aktienmärkte, die jetzt vermutlich schon viel zu teuer für den Einstieg geworden sind. Die Alternative Wohnungskauf zur Vermietung ist ebenso schon viel zu hochpreisig und eine organisatorische Zusatzbelastung. Nicht jeder möchte sich den potenziellen Mieterbeschwerden über Heizungsdefekte und Wasserschäden stellen.

Jetzt steht sogar das Thema Minuszinsen für Private im Raum. Der drohende Negativzins für private Spareinlagen ist ein kalkulierbarer Cap/Begrenzung im Vergleich zu erwartenden Verlusten aus der Spekulation von uns „Ungeübten“ auf den Aktienmärkten. Sollten wir uns wirklich an manchen Banken, die bereits wieder Bargeld im Tresor halten, um den Aufwand für Negativzinsen zu reduzieren, orientieren? Private Bargeldhaltung unter der Matratze war etwas für unsere im Bankgeschäft völlig unerfahrenen Vorfahren und steigert das Risiko im Einbruchsfall.

Wir haben während unserer Berufstätigkeit in unseren Firmen oft jahrelange Sparprogramme (manchmal mit Magenschmerzen) umgesetzt. Die Staaten haben jedoch unbelastet von solchen Überlegungen munter weiter Geld ausgegeben, weil die Verwaltung nie gelernt hat, wie man intelligent spart und Effizienz gewinnt. In diesem Sinn können wir lang-, langfristig nur auf ein EU- weites Gelingen politisch geplanter Verwaltungsreformen hoffen.

Für unsere kurzfristige Pensionsperspektive wird das aber zu spät sein.

Daher macht es für uns Sinn durch „Freitätigkeit“- neben der Freude am Thema – als Nebeneffekt ein kleines feines Zusatzeinkommen zu erzielen, um die Erosion unserer privaten Reserven zu kompensieren.

 

Mag. Anneliese Blasl-Müller

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