Kostenloses Schnupperseminar: „So kann man sich auf die Pension vorbereiten“

Das Leben nach der Pensionierung wird immer länger. Wie kann man diese Zeit der „Freitätigkeit“ sinnerfüllt gestalten? Wie finde ich zur Vision meiner persönlichen Herausforderung? Wer braucht mich?
Bei dieser Veranstaltung werden Sie Anstöße und Anregungen bekommen, selbst weiter zu machen. Wahrscheinlich sind Sie mit Ihren Fragen nicht alleine. Wir arbeiten in einer Gruppe und helfen uns gegenseitig.

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  • Berater und Moderator: Dr. Leopold Stieger
  • Termin: Freitag, 29. November 2019, 14 bis 17 Uhr
  • Zielgruppe: Menschen rund um die Pensionierung
  • Maximale Teilnehmerzahl: 20 Personen (Die Reihung erfolgt nach Eintreffen der Anmeldung)
  • Ort: Saal der Bergkirche St. Hubertus in 1130 Wien, Granichstaedtengasse 73.
    Anreiseskizze schicken wir Ihnen gerne zu (Bus 56A von Hietzing).
  • Preis: kostenlos

Anmeldung an: Dr. Leopold Stieger stieger@seniors4success.at

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Immer weiter in Bewegung bleiben !

„Gebrechlichkeit“ aktiv vermeiden

Wenn ich aus meinem sportlichen Auto aussteige habe ich oft das Gefühl, total steif und eingerostet zu sein. Bei der U-Bahn nehme ich zwar immer die Rolltreppe, steige aber zwei, drei oder mehr Stufen aktiv hinauf,  oben angekommen keuche ich jedoch mehr als nur ein wenig. Mein wöchentliches Sportpensum ist aktuell nicht auf dem empfohlenen Normalniveau. Wir dürfen den Kopf nicht einfach in den Sand stecken! Leider ist auch „Gebrechlichkeit“ im Alter eine reale Option, die nur durch gezielte regelmäßige Bewegung zu vermeiden ist.

Schuld an meiner aktuell geringen körperlichen Fitness ist unter anderem das breite Angebot an Kultur und Lesestoff, das mir einfach viel mehr Freude macht. Auch die Freiheit bei vielen Sportkursen nur bei Anwesenheit zu zahlen, erleichtert mir das Fernbleiben sehr. Daher war ich schon ewig nicht mehr in Tai Chi oder in Pilates. Das Wetter spielt für mich beim Sport  eine wichtige Rolle. Bei Nebel und Regen will ich mich nicht im Freien aufhalten, um eine lästige Verkühlung zu vermeiden. Der aktuell goldene Herbst lädt aber auch mich nachmittags zu einem kleinen Spaziergang ein, der allerdings oft schon nach 30 bis 40 Minuten wieder zu Hause endet.

Der Bus in die City hat leider einen neuen Fahrplan, sodass ich ihn nun schon zwei Mal hintereinander versäumt habe und eine ganze Station zu Fuß gehen musste. Dabei wäre es gut gewesen, wenn ich keine „schönen Schuhe mit Absatz“, sondern Sportschuhe mit Luftsohle an den Füßen angehabt hätte! Den Tennisplatz in unserer Gasse schau ich mir nicht mehr an, und Rad fahren im Straßenverkehr kommt für mich nicht in Frage, aber die Schi stehen noch einsatzbereit im Keller und warten irgendwann auf Schnee,  die Eislaufschuhe benütze ich ab November sicher. Für das „Seniorenschwimmen“ bin ich definitiv zu jung.

Gestern bin ich auf ebenem Weg umgekippt und musste meinen Knöchel mit Eisspray verarzten, das sehe ich als Alarmzeichen. Die nächsten Tage werde ich völlige Ruhe brauchen und danach melde ich eine neue 3-Monats Karte im Fitnessstudio mit den vielen Parkplätzen an. Dafür ist das Wetter egal und die Karte zum Krafttraining ist richtig teuer und muss daher regelmäßig ausgenützt werden. Der selbst verursachte Druck auf das Gewissen hat bei mir noch immer gut funktioniert und in Gesellschaft Gleichgesinnter „ turnt“ es sich für mich am besten.

Besser fit und schlank als gebrechlich und dick, dafür ist der Einsatz von finanziellen Mitteln zur Überwindung meiner Sportblockade gerechtfertigt, denke ich.

Mag. Anneliese Blasl-Müller

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Haben Sie auch wieder einmal zu viel eingekauft ?

Über die Lust einzukaufen.

Jetzt hab ich endlich die zwei Einkaufstaschen und den Blumentopf und das WC Papier aus dem Auto geräumt und hereingetragen. Irgendwie werden diese Taschen immer zu voll und zu schwer für meine kaputten Bandscheiben und ich gelobe, dass das nächste Mal nur das Nötigste eingekauft werden wird.

Beim nächsten Supermarktbesuch ist das alles wieder vergessen, denn da lockt zuerst einmal das gesunde Obst und Gemüse! Eine Hawai-Ananas ist immer gut und ein Kürbis gehört zur Saison und die Zwiebeln sind auch ausgegangen. Zucchini brauche ich ohnedies in meiner schnellen Küche laufend und Bananen sind für Enkelkinder und auch für mich gesund! Neben Joghurt, Schinken, Käse und einem Riesenkarton Müsli sind die Tiefkühlprodukte sehr interessant. Leider ist mein großer Tiefkühlschrank im Keller schon voller Vorräte, die ich immer für unerwartete Gäste gebunkert habe, sodass ich nicht alles, was mich reizt, dazukaufen kann. Die Sonderangebote bei Getränken wie z.B.: handliche Cola-Dosen zur Aufmunterung und zwei Flaschen Prosecco in Reserve dürfen auch nicht übersehen werden.

Jede Woche vor dem Wochenende entsorge ich alles, was an Lebensmitteln nicht gegessen wurde und leider durch zu lange Lagerung verdorben ist. Das ist auch notwendig, um wieder Platz im Eiskasten für den Wochenendeinkauf zu schaffen. Schon beim Schreiben wird mir klar, dass es so nicht weitergehen kann. Gesund essen ist genauso wichtig wie bewusst einkaufen. Selbst wenn überraschend Gäste kamen war immer noch genug da, um kreativ eine Jause zu zaubern, die dann trotzdem allzu oft spontan und frisch vom Konditor geholt worden ist.

Daher steht mein fixer Vorsatz, nur noch mit einer Einkaufstausche und nur noch nach dem Bedarf der nächsten drei Tage einzukaufen und die Vorräte kontinuierlich abzubauen. 

Ich meine – trotz aller Vernunft und Spargesinnung ist es auch ein „Lusterlebnis“ frisch einzukaufen und dabei an die Kochrezepte zu denken, die mit diesen Zutaten realisiert werden könnten. Können Sie besser widerstehen, wenn Sie das feine Angebot im Supermarkt oder im Gourmetladen sehen?

 Mag. Anneliese Blasl-Müller

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Herbst – und wieder verändert sich alles

Aufbruch tut gut

Gerade war noch Sommer, wir hatten uns schon an 30 Grad im Schatten gewöhnt und nun fallen die Kastanien von den Bäumen. Zu Mittag ist es immer noch sommerlich warm, aber die Nächte sind schon kühl und am Morgen schalte ich die Stromheizung im Bad ein und ziehe dicke Socken an. Alles was noch blüht im Garten wird schon bald vergehen, die Astern und die Rosen begleiten uns bis zum Spätherbst. Die Oleander müssen aber schon bald in das Winterquartier in der Garage.

Vieles was heuer gut gelungen ist, wird schon nächstes Jahr wieder überholt sein. Noch hat das laufende Jahr drei Monate, aber wir verschieben die wichtigen Sachen schon ins neue Jahr. Auch das Stadtbild verändert sich: keines der ehrwürdigen Bankgebäude in der Innenstadt wird für das Bankgeschäft genutzt und da wo einst eine Straße war, blüht ein Park am Johann Nepomuk Berger Platz. Das Bawag-Gebäude in der Quellenstraße ist nun die neue Heimat der Soros Uni „CEU“. Smarte Geräte begegnen uns immer öfter im Alltag, bald wird es uns nicht mehr wundern, wenn uns ein Roboter im Kaffeehaus begrüßt.

Nichts lässt sich also festhalten, Organisationen und Beziehungen ändern sich ebenso rasch wie Technik und  Natur. Rasch kommt dabei vielleicht der Gedanke auf, dass „früher alles besser, weil vorhersehbarer war.“  Jetzt haben wir auch unendlich mehr Auswahlmöglichkeiten. Eine total determinierte Welt ohne Veränderung würde uns den Spielraum zur Weiterentwicklung stark einschränken oder sogar rauben.

Ich empfinde das laufende Neuwerden als Chance, denn kaum ein Fehler wiegt so schwer, als dass er nicht wieder korrigiert werden könnte. Wir müssen uns nicht zu viele Sorgen machen! Dinge und Verhältnisse, die wir rund um uns gar nicht mögen, belasten uns auch nur temporär, denn nächstes Jahr ist sowieso alles wieder anders und neu. Auch die Blumenzwiebeln, die ich gerade einsetzte, kommen mit Sicherheit im nächsten Frühjahr als bunte Blumen zu Tage. Wir können immer wieder alles besser machen und uns selbst neu erfinden und uns dabei auf eine aufregende Zukunft freuen.

Mag. Anneliese Blasl-Müller

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Hilfe, ich habe keine Zeit!

Prioritäten setzen – auch in der „Freitätigkeit“

Keine Zeit“ ist – so sagen manche „Spaßvögel“ – der gängige Pensionisten-Gruß! Das finde ich gar nicht witzig, denn tatsächlich habe ich seit ich in Pension „freitätig“ bin, tatsächlich oft wieder keine Zeit – so wie vorher im stressigen Berufsleben.

So schön habe ich mir die „Freizeit“ mit den vielen neuen Möglichkeiten vorgestellt. Endlich die gekauften Bücher lesen, regelmäßig Sport und Bewegung machen, den fehlenden Backenzahn durch ein Implantat ersetzen, meine Schulfreundinnen wiedersehen, intellektuell herausfordernde Vorträge hören, Buntmalen und mit meinem Enkelkind basteln und Eislaufen. Ich könnte die Liste noch weiter verlängern, denn die Gartenfließen sollten unbedingt neu verlegt werden, die Wände im ehemaligen Kinderzimmer wollte ich grün streichen und natürlich reisen, radfahren und wandern……….

Irgendwie klar, dass das alles weiterhin nicht geht. Aufgrund meiner Wohnadresse an der Wiener Peripherie ist fast jede Aktivität damit verbunden, ins Auto zu springen und wegzufahren oder nach dem Busfahrplan zu leben, um die U-Bahn zu erreichen. Kaum ein Weg lässt mich zwei Tagesordnungspunkte gleichzeitig erledigen. Reise ich mit der U-Bahn, kann ich die schwere Einkaufstasche nicht tragen und muss am nächsten Tag nochmals zum Supermarkt. Fahre ich zum Kindergarten, gibt es am Weg kein einziges Geschäft, um  frisches Brot zu kaufen.

Die Zeit fliegt auch bei der „Arbeit“ im Internet dahin. Einmal ist es ein Programm Update, das signifikant verzögert. Dann muss für das on-line Banking dringend ein neues Passwort gesetzt werden, eine on-line Anmeldung zu einer Veranstaltung erfolgen oder das eigene Profil auf  Linked-in überarbeitet werden. Vom Zeitaufwand, alle wesentlichen Mails zu lesen und zu beantworten, ganz zu schweigen. Auch gibt es so viele interessante Themen zu recherchieren, um mein Wissen zu erweitern, sodass ein oder zwei Stunden am PC schnell vorbei sind.

Ist das, was ich so gerne mache, schon „Freitätigkeit“ oder nur Beschäftigung ? Ich muss auch jetzt in der Pension gezielt Prioritäten setzen und einen Wochenplan machen. Den ganzen Mittwoch kann ich demnach tun, was ich will und Sonntag habe ich frei, denn eigentlich brauche ich meine Zeit zum Schreiben und für das eine oder andere „Ehrenamt“.

Ich meine aber, das  wichtigste ist die  Pflege sozialer Kontakte, das reale Treffen mit Freunden im Café zum Gespräch, statt dem einsamen Chat im Netz. Stillstand ist für Pensionisten ein besonderer Rückschritt, die kostbaren Jahre müssen sinnvoll genutzt werden, erholen und ausruhen kommt viel später. Daher habe ich tatsächlich keine Zeit zu verschwenden.

Anneliese Blasl-Müller

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Sind wir für den Rest der Welt nur noch „Senioren“?

Undifferenzierte Betrachtungen, denen wir widersprechen sollten.

Ich habe generell den Eindruck, dass alle jene, die noch nicht in Pension sind, uns „Freitätige“ ab etwa 60+ immer noch als undifferenzierte Gruppe der „Seniorinnen und Senioren“ wahrnehmen.

Letzte Woche kam die Einladung an alle „Wiener Seniorinnen und Senioren“, in einer bekannten Brauerei einen schönen Nachmittag zu verbringen, bzw. sich einem „Wiener Pensionistenclub“ anzuschließen. Mit gleicher Post machte mich ein Prospekt auf „Seniorenreisen“ aufmerksam.

Es herrscht offensichtlich das Vorurteil, dass „alte Menschen“ – etwa ab dem Alter von 60 Jahren – alle das Gleiche wollen. Sie brauchen Produkte, die ihre Krankheiten kurieren und haben ein prioritäres Interesse an Pflegeeinrichtungen oder zumindest an Arzt-begleiteten, überteuerten Gruppenreisen. Jedenfalls freuen sich „Oma und Opa“ über eine Jausen-Einladung und das gemeinsame Basteln und Turnen in einer Aktivitätsgruppe am Vormittag.

Alle meine Bekannten im Alter von 60+, 70+ und 80+ sind damit genauso wenig angesprochen wie ich. Denn ich interessiere mich jedenfalls weiterhin für die Wirtschaftsnachrichten und fahre im Cabrio auf Urlaub. Selbst mit gelegentlichen Rückenbeschwerden kann ich tadellos ein- und aussteigen, weil ich es will. In meine Tai Chi Trainingsgruppe gehe ich – so wie alle jüngeren Teilnehmer auch – am Abend um 18:30. Ich kenne auch nahezu 70-jährige Alpenvereinsmitglieder, die im Sommer Kanu fahren und auf ihr iPad vertrauen. Einer meiner Bekannten in dieser Altersgruppe macht gerade eine Ausbildung zum Opernsänger.

Wir sind also in vielen Dingen, die wir gerne tun, weil sie schon lange zu unserer Persönlichkeit gehören, keine homogene Interessengemeinschaft, die allein vom Alter abhängig wäre! Auch verwirklichen nicht wenige in der Phase der etwa 20jährigen „Freitätigkeit“ erst ihren Lebenstraum, schreiben ein Buch oder lernen endlich Klavier spielen. Wenn wir eine Krankheit haben, dann wollen wir genauso geheilt werden wie zwanzig-, dreißig-, vierzig-  oder fünfzigjährige Patienten. Auch Teenager brauchen nach einer Knieoperation eine Krücke und Leistungssportler nutzen Physiotherapie. In jedem Lebensalter kann man von heute auf morgen krank werden und sterben. Interessensgemeinschaften gibt es für Vorlieben unabhängig vom Alter.

Daher denke ich wir sollen uns nicht auf eine graue undifferenzierte Masse der „Seniorinnen und Senioren“ reduzieren lassen! Wir sind keine Almosenempfänger, sondern selbstbewusste Individuen, die weiterhin den Respekt fordern, der uns aufgrund unserer Fähigkeiten und unserer Persönlichkeit zusteht.

Mag. Anneliese Blasl-Müller

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Einmal alles anders machen

Eine Herausforderung oder einfach ein Spaß ?

Wir lieben das, was wir schon kennen. In vielen von uns steckt mehr an konservativer Einstellung als wir wahr haben wollen. Das  hat nichts mit Politik zu tun, sondern mit dem Festhalten an gewohnten Abläufen, Produkten  und Verhaltensweisen. Wir fahren immer im Juni nach Italien ans Meer; wir essen immer zuerst den oberen Teil der Buttersemmel und wir ziehen in Sportschuhen immer Socken an. Beim Rotwein bevorzugen wir Zweigelt und beim Eis den Zitronengeschmack usw., usw. Gewohntes vermittelt eine gewisse  Sicherheit und erspart uns, neue Entscheidungen zu treffen, insbesondere wenn wir sowieso in Eile sind.

Ich finde das ganz OK, solange wir mit unseren Gewohnheiten nicht andere Menschen zwangsläufig mit beglücken und nicht von unserem Partner, Kind oder Nachbarn fordern, es genauso zu machen. Schnell werden sonst  solche liebgewordenen  kleinen individuellen „Marotten“ zu Einstellungen darüber, was generell richtig und falsch ist; was „man tut“ und was auch andere „tun sollen“, weil wir es immer so gemacht haben.

Daher ist  meine Meinung dazu rechtzeitig stopp zu sich selbst zu sagen. Machen Sie doch jeden Tag einmal etwas bewusst anders als Sie es sonst immer machen. Nehmen Sie einfach einmal die Schnellbahn statt der U Bahn oder probieren Sie Grießbrei zum Frühstück statt Müsli. Was macht es schon aus, einmal ein rotes T Shirt zu kaufen, statt dem ewigen Dunkelblau? Ebenso ist es interessant, die Zeitung zur Abwechslung am IPad zu lesen oder mit Füllfeder statt mit Kuli zu schreiben. Freuen wir uns darüber, dass  wir immer wieder neu wählen können.

Ich denke, diese einfachen täglichen Chancen Veränderungsfreude zu trainieren, machen uns großzügig und tolerant, sie sind eine gute Vorbereitung, wenn das Leben von uns plötzlich Flexibilität im Krisenfall  einfordert. Wollen Sie es einfach einmal probieren? 

Mag. Anneliese Blasl-Müller

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„Man lernt nie aus“

Was uns Robert de Niro als „Praktikant“ zeigen kann.

Weder Reisen, noch Golf, noch häufiger Familienbesuch kann die Leere des pensionierten und verwitweten Managers, den Robert de Niro in dem Film „Man lernt nie aus“ spielt, füllen. Das Leben – so sagt er anfangs – besteht aus „Lieben und arbeiten“ und beides hat er als Single Pensionist im Alter von 70 Jahren nicht mehr. Er hält sich durch „in Bewegung bleiben“ über Wasser und versucht einen fixen Tagesplan einzuhalten, um nicht zu Hause zu „versumpern“, aber er verliert Schritt für Schritt an Lebensfreude und Energie. Solange, bis er sich bei einem Start-up, das in sein ehemaliges Firmengebäude eingezogen ist, als Praktikant bewirbt. Mit der Bewältigung der für ihn anfangs ungewöhnlichen Herausforderungen in einem on-line Shop in der Wachstumsphase steigt auch seine Freude am Leben wieder rapid an.

Unterforderung kann tatsächlich langfristig krank machen. Gebraucht werden und Erfahrung weitergeben ist das „A und O“ in der Phase der „Freitätigkeit“ nach dem Berufsleben. Die Liebe stellt sich dann durch die Entspannung vielleicht auch noch von selbst dazu ein. Auch wenn wir nicht gleich alle wie der Filmheld als Praktikant im Management eines Start-up’s anheuern können, um „wieder im Geschäft zu sein“, ist das kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen.

Wir alle können uns an ungewöhnlichen Orten, für Menschen, die wir erst neu kennenlernen, nützlich machen. Wir nehmen keinem jungen Menschen den Job weg, wenn wir uns für ein paar Stunden als „Senior Advisor“ in ein Projekt einbringen oder bei Bedarf als Sparringpartner ein Problem mit einem Jungmanager diskutieren. Wir dürfen aber auch ganz gratis Mathematikaufgaben mit lernschwachen Kindern lösen oder eine Jugendgruppe zum Sport trainieren oder Suppe für Obdachlose kochen. Ich meine, die Freude, die uns aus dem Ergebnis einer solchen aktiven Tätigkeit erwächst, ist Lohn genug und macht beide Seiten zugleich reicher, viel reicher als es ein Tag mit Zeitung lesen, Fernsehen und im Liegestuhl liegen macht.

Wollen  Sie die Herausforderung annehmen und wieder zeigen, was Sie alles können?

Anneliese Blasl-Müller

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Vom Nutzen der SMARTEN Services im Alter

Ich „liebe“ mein …Pad

 Ja das klingt verrückt für eine mehr als 60ig jährige; ich „liebe“ mein  …Pad!

Es ermöglicht mir bequem vom ergonomisch gestalten Lehnstuhl aus viele Aktivitäten: Ich kann nicht nur meinen Blog schreiben, sondern auch im Internet surfen, mir z.B.: neue Auto- oder Wanderrouten ansehen, Podcasts hören, versäumte Fernsehsendungen streamen, Zeitung oder Romane lesen, meine Fotos ansehen, bearbeiten und versenden und natürlich auch on-line bestellen, was mir gerade in den Sinn kommt.

Gerade habe ich in der Wochenendzeitung von einem neuen Projekt zur Verbesserung der Altenbetreuung gelesen, bei dem der Schwerpunkt auf dem sofortigen vernetzten Informationsaustausch zwischen den Älteren mit den Helfern über Touch Screen am Tablett liegt. Der Blutdruck kann in Verbindung mit einer Pulsuhr jederzeit on-line überwacht werden und Stürze in der SMARTEN Wohnung werden sofort erkannt, um Hilfe zu holen. Wie gut, dass ich mich mit der Nutzung von Apps und Tabletts schon so gut auskenne!

Hier schleicht sich nun doch ein wenig Misstrauen in meine große Technikfreude, denn heute nutze ich selbstbestimmt jene Apps und on-line Dienste, die mir Freude machen, aber ich verweigere noch die SMARTE Vernetzung meiner Wohnung und die bequeme Abhängigkeit von einem allzeit bereiten „Lautsprecher“. Zu sehr ist mir der „Orwell‘sche Überwachungsstaat“ als Utopie aus meiner Schulzeit in Erinnerung.Trotzdem die SMARTE Heizungssteuerung für meine Ferienwohnung von Wien aus gefiele mir schon, aber dann würde ich nicht mehr vor jeder Anreise so nett mit der Hausmeisterin plaudern, die mich jetzt freudig am Ferien-Ort empfängt, nachdem sie für mich aufgrund meines Telefonanrufs eingeheizt hat.

Leider habe ich auch immer öfter die Erfahrung, dass schon meine on-line Bestellungen viel mehr Mühe als erwartet machen, weil die Zusteller immer öfter – obwohl wir alle zu Hause sind – nicht geläutet haben oder den Zustelltermin vorab einfach nicht ausfüllen, sodass die Vorabinformation über das Zustelldatum ad absurdum geführt wird.

Ja die neuen SMARTEN Services können hilfreich sein und unsere Verhaltensweisen selektiv ergänzen. Aber sollte man sich tatsächlich allein darauf verlassen ? Ein persönliches Gespräch zur  Beziehung  und/ oder ein gelegentliches Treffen zum Kaffee ist  als WhatsApp Ergänzung unerlässlich.

Anneliese Blasl-Müller

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Wir alle brauchen Lob

Warum auch wir ohne Applaus nicht glücklich sind

Für Schauspieler ist Applaus als Ergebnis ihrer Arbeit eine selbstverständliche Erwartung, die ja meist auch regelmäßig erfüllt wird. Seit vielen Jahren mahnen Management-Lehrbücher, nicht auf das regelmäßige Lob für die Mitarbeiter zu vergessen! Dabei sollen Stärken hervorgehoben und „gestärkt“ werden. Fehler werden eingestanden, aber nicht weiter schlimm genommen, wenn eine rasche Lösung und Aufarbeitung erfolgt. Der finanzielle Bonus ist dabei ein eindeutiges Zeichen von Anerkennung, ebenso wie das Frühstück mit dem Chef, ein Dienstauto oder ein eigenes Büro.

In Organisationen, die unter permanenten Reorganisationsdruck stehen, hat es sich eingebürgert, dass sich die Mitarbeiter – oft auch für möglichst viele andere gut lesbar –  gegenseitig loben,  um mental besser über die Runden zu kommen. „Das hast du gestern aber sehr gut präsentiert“, oder: „Dein Lösungsvorschlag war wirklich konstruktiv“, wird da schon von Kollege zu Kollege explizit angesprochen. Dabei geht es natürlich auch um die Erwartung, selbst ein ebensolches Lob zurück zu bekommen, wenn man vorher öffentlich gelobt hat. Soziale Medien sind voll von wechselweise bestätigten „guten Eigenschaften und Fähigkeiten“!

Wer aber lobt uns Pensionisten im Alltag? Das Auto als Statussymbol können wir uns selbst kaufen, wenn es uns wirklich so wichtig ist, aber ein Chef, der sagt: „Das haben sie aber gut gemacht!“ ist weit und breit nicht mehr in Sicht. Die Lorbeeren der früheren aktiven Jahre machen zwar immer noch ein wenig stolz, verblassen aber zusehends. Wir brauchen Anerkennung im „Hier und Jetzt“! Wir wollen zeigen, was wir an Erfahrung einbringen können und unser Licht bei kognitiven Herausforderungen auch im Privatleben nicht unter den Scheffel stellen. Ich habe begonnen mir jeden Abend für das täglich kleine Erreichte selbst auf die Schulter zu klopfen und erlebe damit eine gewisse Befriedigung.

Jedoch glaube ich, das, was wir wirklich wollen – öffentliche Anerkennung – erreichen wir nur durch weitere aktive Teilhabe an geschäftlichen oder karitativen  Projekten, in Gruppen, Vereinen,  Organisationen und Sozialen Netzwerken.

Anneliese Blasl-Mueller

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