Kommen Methusalems in der Realität vor?

In der Tageszeitung „Die Presse“ erschien am 4.7.2018 ein interessanter Artikel. In meinem Buch habe geschrieben, dass es in Österreich im Jahr 1971  insgesamt 54 Hundertjährige gab, es aber 2017 bereits  1371 waren. Es ist heute keine Sensation mehr, einen Hundertjährigen zu treffen. Der erste Hundertjährige, dem ich die Hand geschüttelt habe, war übrigens mein Doktorvater, Univ. Prof. Dr. Krasensky. Vielleicht erinnern sich einige Leser noch an ihn.

Nun hat eine Forscherin – Elisabetta Barbi, Rom – die dortigen Daten ausgewertet, die generellen der Sterbestatistik und die besonderen derer, die über 105 Jahre alt wurden. Dabei zeigte sich, im Gegensatz zur bisherigen Überzeugung, eine Besonderheit.  Bisher nahm man an, das Risiko, zu sterben steige stetig: Im Alter von 80 liegt es bei 10 %, im Alter von 100 bei 35, im Alter von 105 bei 50. Diese neuen italienischen Daten aber weisen auf ein „Mortalitäts-Plateau“, das mit 105 erreicht ist. Das Risiko, im Folgejahr zu sterben, steigt nicht mehr, es bleibt konstant bei 50 Prozent.

Was machen wir daraus? Vielleicht werden einige neugierig, wie sich das „Bremsmanöver“ bei dem konstanten Wert anfühlt. Einen Versuch kann es wert sein?

Übrigens habe ich bei meinem Besuch beim 102-jährigen Prof. Krasensky eine sehr positive Erfahrung gemacht. Ich war ja sehr neugierig, wie er das Gespräch beginnen wird. Es hätte ja auch sein können, dass er sich über die damalige Zeit und deren Repräsentanten auf Hochschulboden auslassen wird. Aber sein erster Satz lautete: „Erzählen Sie mir, was haben Sie nach der Promotion gemacht?“ In meinen Bericht hat er sich immer wieder mit Fragen, ob ich diese oder jene Person getroffen habe, eingebracht. Es war für mich eine ergreifende Stunde.

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